Dienstag, 7. August 2012

Gestern Abend
mit mechanischen bewegungen greifen meine hände nach dem veggietofuburger, stopft ihn mir nach und nach in den mund, danach den nächsten, ich stehe auf, laufe zum kühlschrank, greife mir ein joghurt mit himbeeren, nehme es mit nach oben und löffele es langsam aus. erst als ich stunden später die häflte der chips verschlungen habe, wird mir klar, was ich da getan habe. tränen treten mir in die augen, ich renne zur toilette, wüge und würge, doch nichts passiert. während ich in mein bett falle, merke ich, wie ich fetter und fetter werde, wie ein hefekloß gehe ich auf, die nähte meiner klamotten platzen, meine haut reißt und fett quillt heraus, vermischt sich mit all den tränen.
Heute Morgen
ich wache auf, alles ist gut, ich liege in meinem bett. klamotten ganz, heil. ich laufe zum spiegel. sehe mich an. sehe es an. das fette ding vor mir, das mich so leer anstarrt. ich zwinge mich, wegzusehen, zwinge meine schritte zur treppe, setze mich unten an den frühstückstisch. 1einhalb kleine süße nussschnecken und eine halbvolle schale müsli wandern in meinen magen, treiben mich in den wahnsinn. bereits auf dem weg zur waage gebe ich auf, drehe mich um, verlasse das badzimmer, renne die treppen hoch, setze mich vor den computer, bloß ablenken. mir ist schlecht, so unendlich schlecht. ich durchwühle miene schubladen nach tabletten, bloß irgendwas. finde verschiedenes, was beim abnehmen hilft, nehme mir zu viele, stopfe sie mir in den mund und spüle mit einem liter wasser runter. ich nehme mir vor, bis übermorgen nichts mehr zu essen, ich werde es durchziehen.


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